Nachbetrachtungen
Erstellt von LuNe am Sonntag 4. Januar 2009
Die ersten Tage des neuen Jahres 2009 sind nun schon vorbei und auch mein Urlaub (seit 23.12.2008) neigt sich dem Ende.
Nach zwei Jahren Berlin-Abstinenz war ich endlich wiedermal in meiner Heimat Berlin und insbesondere bei meinen "Kindern" und meiner Familie.
Diesesmal hatte ich zwar auch nicht mehr Zeit, ich war nur 6 Tage dort, jedoch hatte ich die Anzahl der Besucher reduzieren müssen. Dadurch konnte ich mehr in Familie sein, was mir sehr wichtig war.
Heilig Abend habe ich mit meinen Kindern bei den sehr netten Schwiegereltern in spe meiner Tochter verbracht. Sehr rührend habe sie uns einen sehr angenehmen Weihnachtsabend beschert. Da unsere finanziellen Möglichkeiten sehr eingeschränkt sind, hatten wir uns im Sinne eines Julklapps gegenseitig beschenkt. Dazu hatte vorab jeder ein Los gezogen mit dem Namen, den er/sie zu beschenken hatte. Da ich sehr bescheidene Kinder habe war dennoch die Freude über ein Geschenk groß.
Ersten Feiertag waren mein Sohn und ich bei meiner großen Schwester auf Ihrem Grundstück am Rand von Berlin. Mein Neffe und seine Frau, die dort auch wohnen, haben uns einen Putenbraten serviert. Das war lecker. Ihr Junge hatte mich zum ersten mal gesehen, ist 1 1/2 Jahre, war gar nicht so scheu wie zuvor gedacht und auch der Haus- und Hofhund war mit unserem Besuch einverstanden.
Den zweiten Feiertag war ich dann bei meinem Sohn zu Hause. Oh, oh, er hatte extra das Wohnzimmer renoviert! Schön wenn die eigenen Kinder noch Respekt haben vor ihrem Vater
. Nein, ich war sehr beeindruckt von meinem Sohn wie er sein Leben meistert. Er hat es aus verschiedenen Gründen nicht leicht.
Am Abend war die ganze Familie dann bei meiner kleinen Schwester, ihrem Mann und Sohn eingeladen. Irgendwie ist das schon komisch, wenn ich von meiner großen (69 J.) und meiner kleinen (63) Schwester schreibe. Ist aber halt so. Lange haben wir so nicht zusammen gesessen. Auf bitten meiner Tochter wurde auch ein Familienfoto, bis dahin gab es noch gar keins, gemacht. Es klingt an dieser Stelle bestimmt nicht gut, nur ich habe echt immer die Angst, dass irgendwann mal eine/r nicht mehr dabei ist. In den vergangenen Jahren haben wir schon unsere Mutter verloren (+ 2000) und einen Schwager auch (+ 2005). Das bedrückt mich wirklich sehr. Dazu kommt, dass meine kleine Schwester eine sehr schwere und nicht wirklich heilbare Krankheit hat. Ja es macht mir Angst und ich schäme mich nicht, das auch zu schreiben. Ich weiß aber auch, daß sie kämpfen kann und wird.
Der Tag der Rückreise kam näher. Davor war noch ein kurzer Besuch im Zentrum von Berlin, d.h. vom Alex (Neptunbrunnen/Weihnachtsmarkt) über Nikolai-Viertel, an der Baugrube des ehemaligen Palast der Republik, Gandarmenmarkt, Unter den Linden und zurück am Berliner Dom vorbei. Gut das Nadine´s Schwiegereltern das vorgeschlagen hatten. Ich kann gar nicht alles schreiben was mir zu dem allen noch im Kopf herum schwirrt. Es würde diesen Beitrag sprengen.
Ich kann und möchte nicht diesen Teil hier beenden, ohne was zu meiner Tochter zu schreiben. Ich war bei ihr und ihrem Freund während meines Aufenhalts zu Gast. Es ist schon komisch, wenn man bei seinen eigenen Kindern in deren Wohnung ist. Schließlich war es ja in der Vergangenheit eher anders herum. Ich bin den beiden sehr dankbar, dass ich dort sein durfte. Naja als Vater schaut man schon gerne hinter die Kulissen wem man seine Tochter anvertraut. Anvertraut ist eigentlich das richtige Wort. Ich traue und vertraue ihm. Er ist ein netter, höflicher und zuvorkommender junger Mann. Na gut, "jung" ist relativ. Immerhin wird er in den nächsten Tagen 30 Jahre
.
Die Beiden und die ganze Familie sind in großer Erwartung auf die Geburt ihres Jungen. Er wird Hagen heißen und soll Ende Januar/Anfang Februar das Licht der Welt erblicken. Ich glaube, ich bin genauso aufgeregt wie sie. Was mir noch aufgefallen ist, es spricht vielleicht nicht gerade für mich, aber ihre Schwangerschaft nehme ich trotz unserer Entfernung von 650 Km bewußter war, als bei ihrer Geburt bzw. bei meinem Sohn. Ich kann es nicht erklären. Möglicherweise ist aber gerade dieser räumliche und zeitliche Abstand. Damals war es irgendwie Teil des Alltags. Es war einfach da. Es war sehr schön wie sie meine Hand auf ihren Bauch gelegt hat und er hat mich wohl erkannt und sich in ihr ganz groß gemacht, als wollte er mir die Hand schütteln.
Oh ja, die Abfahrt zurück nach Ebersberg fiel mir nicht leicht. Wie oft werde ich gefragt wieder zurück nach Berlin zu kommen. Das ist aber einfacher gesagt als getan. Es gibt da sehr objektive, insbesonder schwerwiegende finanzielle Probleme, mal ganz abgesehen von einem Job + das Einkommen in Berlin. Aber ich habe mich selbst in einen Situation gebracht, die eine Rückkehr in absehbarer Zeit nahezu unmöglich macht. Mein Kopf sagt nein, mein Bauch und meine Seele sagen ja. Bevor ich nun wieder in eine Depriphase gerate, höre ich lieber auf.
Tags: privat, Berlin, Darmstadt, Silvester, Urlaub, Weihnachten
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