Duisburg und nun
Erstellt von LuNe am Samstag 21. August 2010
Seit Tagen überlege ich den Ereignissen um Loveparade in Duisburg einen Beitrag zu schreiben. Es fällt mir echt schwer. Ich war dort nicht dabei, habe aber alles gelesen und gesehen was die Medien berichtet haben. Natürlich bin auch ich betroffen von dem was dort passierte. Ich gehe davon aus, dass die dafür zuständigen Institutionen alles untersuchen und Schuldige ermitteln.
Was mich bewegt ist, wie geht es nun weiter damit sowas möglichst nie wieder passiert. Und das beschäftigt mich wirklich Tag und Nacht, weil ich in diesem Metier arbeite und weiß wie es es bei Vermietern, Veranstaltern, Sicherheitsdiensten usw. tickt. Eines kann ich versichern, an den Leuten, die für die Sicherheit, einschl. Sanitäts- und Rettungsdienste zuständig sind liegt es am Wenigstens.
Wenn ich alles schreibe, was mir so durch den Kopf geht, dann wird es kein Blogbeitrag, sondern ein Buch. Was mir sehr am Herzen liegt, es muß endlich klare Vorgaben über die die Sicherheit bei der Durchführung von Veranstaltungen (nicht nur Großveranstaltungen) geben. Für den Einsatz von Sicherheitsmitarbeitern gibt es nur Faustregeln, Empfehlungen. Bei diesen Veranstaltungen kommen in aller Regel immer andere, unterschiedliche Sicherheitsunternehmen zum Einsatz, die keine Ahnung von den Bedingungen vor Ort, sprich Objektkenntnisse, haben. Einweisungszeiten gibt es kaum und werden von den Veranstaltern nicht bezahlt. Die Sicherheitskräfte selbst, von denen man nicht nur dicke Oberarme erwartet, sondern Rechtskenntnisse, psychologisches Wissen und Lebenserfahrung (gegebenenfalls Fremdsprachenkenntnisse) werden unterirdisch bezahlt. Ihre Ausbildung als Sicherheitsmitarbeiter endet in aller Regel mit einem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen einwöchigen Lehrgang mit einer Sachkundeprüfung nach §34a Gewerbeordnung. Danach ist bis auf wenigen Ausnahmen Schluß mit Ausbildung. Das größte Manko besteht meines Erachtens hauptsächlich darin, dass Veranstalter nur auf hohen Profit aus sind und aus Kostengründen Sicherheitspersonal auf ein Minimum reduzieren. Ich habe das gerade vor kurzem erst wieder erlebt bei einem Techno-Event und ich denke mit Grauen an das Kommende, zumindest bei dem jetzigen Stand der Veranstaltungs-, Sicherheits- und Brandschutzkonzeptionen.
Vielleicht bin ich ein Träumer, weil ich hoffe, dass es rechtliche Konsequenzen geben wird. Leider wird unser einer nicht gefragt.
Meine Empfehlungen:
- rechtlich verbindliche Vorgaben für Veranstaltungen je Veranstaltungsgröße
- je Veranstaltungsort/objekt ein Rahmensicherheitskonzept unter Berücksichtigung der Veranstaltungsart, einschl. Pflicht für Risikobewertung
- Ausbildung für Führungskräfte, z.B. Einsatzleiter, Supervisor mit anerkannten Qualifikationsnachweis
- unmittelbar vor Veranstaltungsbeginn unterzeichnen alle rechtlich Verantwortlichen (Veranstalter, Sicherheitsdienst, Sanitäter, Brandschutzverantwortliche, Polizei, Kreis/Bezirksbehörde, …) eine Unbedenklichkeitserklärung (fehlt eine Unterschrift findet die Veranstaltung nicht statt)
Tags: Politik, Recht, Sicherheitsdienste-Werkschutz, Events, Sicherheit, Sicherheitsdienste, Veranstaltungen
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